Ein totaler Krampf – dieser Fieberkrampf!

Fieberkrampf

Lange habe ich überlegt, ob ich über das Thema Fieberkrampf überhaupt schreiben soll. Zum einen möchte ich natürlich keiner Mama Angst machen und zum anderen ist es natürlich auch nicht so das schöne Thema, über das man gerne mal ebenso redet. Und lustig ist es auch nicht – ganz und gar nicht. Aber nachdem der Zwerg gerade wieder mit Fieber im Bett lag, spukt mir das Thema Fieberkrampf natürlich mal wieder im Kopf rum. Und so versuche ich es nun mal einfach – schließlich sind auch statistisch gesehen mehr die Jungs davon betroffen.

Was ist eigentlich ein Fieberkrampf?

Für diejenigen unter Euch, die davon noch nichts gehört haben, hier ein kurzer Exkurs:

Ein Fieberkrampf ist ein in der frühen Kindheit in Verbindung mit einer fieberhaften Erkrankung auftretender zerebraler Anfall. Er äußert sich in der Regel mit einem plötzlichen Bewusstseinsverlust und rhythmischen Zuckungen der Muskulatur. In den meisten Fällen dauert er nur wenige Minuten und hört von alleine wieder auf. (Quelle: Wikipedia )

Ein Arzt hat mir das mal so erklärt: Wenn das Kind extrem schnell ansteigendes Fieber bekommt, dann ist das im Falle eines Fieberkrampfes zu schnell für den kleinen Körper. Daher drückt das Gehirn wie beim Computer auf Reset, fährt den Körper auf die Minimalfunktionen zurück und startet dann wieder neu. Aber warum es bei manchen wenigen Kindern (2 – 5%) dazu kommt und bei manchen nicht, ist noch nicht erforscht.

Meine Vorbereitung im Erste-Hilfe-Kurs

Als unser Sohn geboren wurde, habe ich mich dazu entschieden, einen Kinder-Erste-Hilfekurs zu besuchen. Einfach nur, um alles mal wieder aufzufrischen und für alle Fälle vorbereitet zu sein – schließlich war der Pflicht-Kurs vom Führerschein auch schon ziemlich lange, eigentlich zu lange her. Dort hörte ich das erste Mal von dem Thema Fieberkrampf. Der Notarzt, der den Kurs leitete, erzählte uns, dass so ein Krampf für die betroffenen Kinder in der Regel eigentlich nicht gefährlich wäre. Allerdings würde es schrecklich aussehen, so dass er oftmals die Eltern mehr behandeln müsste als die Kinder, da die Eltern ein richtiges Trauma hätten. Damals habe ich das noch belächelt, denn so richtig verstehen konnte ich das nicht. Seit zwei Jahren kann ich es – leider!

Der erste Fieberkrampf – ein Tag, den ich nie mehr vergesse!

Krankenwagen Fieberkrampf

Ich erinnere mich noch so, als ob es gestern war – jede Minute hat sich in mein Gehirn eingebrannt! Der Fieberkrampf traf uns aus heiterem Himmel – und ehrlich gesagt kam mir in den Minuten, als es passierte, überhaupt nicht in den Sinn, dass es sich um einen Fieberkrampf handeln könnte. Ich hatte es einfach nicht erwartet, hatte immer gedacht, das erste Mal tritt eher bei kleineren Kindern auf – nicht bei einem 3,5-Jährigen.

Wir waren bei einer Freundin zu Besuch und ich hatte schon gemerkt, dass etwas mit dem Zwerg nicht stimmte. Also machten wir uns auf den Heimweg. Auf der Treppe sackte er plötzlich an meiner Hand zusammen, bewegte sich nicht mehr und war nicht mehr ansprechbar. Nun ja, von den Details möchte ich Euch hier lieber verschonen. Glücklicherweise passierte es unweit eines Krankenhauses, so dass ich mit dem Zwerg auf dem Arm den Sprint meines Lebens hinlegte und wir schnelle professionelle Hilfe bekamen!

Als die Ärzte nach einigen Minuten zu mir sagten, dass er wieder bei Bewusstsein wäre, dass es „nur“ ein Fieberkrampf war und ich mir keine Sorgen machen müsste, war ich noch mehr geschockt! Geschockt davon, dass ich die Situation nicht richtig erkannt hatte. Ich dachte doch, ich war gut darauf vorbereitet? Wie konnte das sein?!!

Danach konnte ich nächtelang nicht schlafen, bin schweißgebadet hochgeschreckt von den Bildern meines Kindes in meinem Kopf. Ich war panisch beim kleinsten Fieber meines Sohnes. Und nicht jeder Verwandte oder Freund hat verstanden, warum ich diese ständige Angst und Alpträume hatte.

Und heute?

Heute weiß ich, auf diesen Anblick kann man sich nicht vorbereiten! Aber ich weiß auch, dass ich im Notfall funktioniere – und das ist beruhigend zu wissen. Im Krankenhaus gaben sie mir nach dem ersten Mal eine spezielle Fieberkrampf-Schulung, damit ich beim nächsten Mal genau wußte, was ich in welcher Reihenfolge zu tun hatte. Das Notfall-Mittel (z.B. Diazepam) habe ich unterwegs seitdem immer in meiner Handtasche dabei und gleichzeitig ist es im Kindergarten hinterlegt – das gibt mir etwas Sicherheit.

Mein Mann hält mich für übertrieben, denn sobald unser Sohn Fieber hat, lege ich ihn nachts mit seiner Matratze neben mein Bett, damit ich regelmäßig das Fieber kontrollieren kann und merke, wenn etwas nicht stimmt. Ja, ich stelle mir sogar den Wecker, damit ich den Zeitpunkt nicht verpasse, wenn die Wirkung des Fiebersafts nachlässt und das Fieber wieder nach oben schnellt! Aber inzwischen werde ich nicht mehr panisch, wenn der Zwerg Fieber bekommt.

Aber trotz dem ganzen Drama gibt es doch tatsächlich good News, liebe JungsMamas:

In der Regel hören Fieberkrämpfe im Alter von 5-6 Jahren wieder auf! Was bin ich froh, wenn dieser Spuk endlich vorbei ist! Inzwischen haben wir das ganze Programm durch – Rettungswagen, Rettungs-Hubschrauber im Urlaub, EEG, MRT …Aber letzten Winter haben wir tatsächlich ohne einen einzigen Fieberkrampf überstanden und das erhoffe ich mir natürlich auch von diesem Winter. Also, Ihr Lieben, so hart das ist, wenn Eure Kids davon betroffen sind: durchhalten! Es geht vorbei! Ich drücke die Daumen!

Und wie geht es Euch damit? Ich freue mich, Eure Geschichte zu hören….

Eure

JungsMamas_Signature_Sonja

 

 

 

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5 Kommentare zu „Ein totaler Krampf – dieser Fieberkrampf!

  1. Hallo! Unser Sohn ist jetzt 7 und hatte schon 15 Fk, seinen ersten mit knapp 7 Monaten! Die Ärzte sagen zwar es hört mit dem Schulalter auf , aber es gibt auch Kinder die mit 8 noch welche haben. Es gibt bei FB eine tolle geschlossene Grippe die heisst „Fieberkrämpfe“,da sind ganz viele liebe Leute die einen auch die Angst davor nehmen und mit denen man sich austauschen kann. LG Martina

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    1. Liebe Martina, Ihr Armen! Ich drücke dir doll die Daumen, dass es bei Euch nun vorbei ist! Vielen Dank für die Empfehlung der Facebook-Gruppe – die kannte ich noch nicht. Das ist sicherlich für viele eine tolle Hilfe! Ich wünsche Euch viel Glück und vor allem eine Fieberkrampf-freie, gesunde Zeit! Liebe Grüße, Sonja

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  2. OMG…totale Horrorvorstellung. Der Mann hatte als Kind wohl ab und zu so etwas und daher habe ich immer etwas Angst, dass die Kinder auch mal einen erleiden. Ich wäre total überfordert, befürchte ich. Daher finde ich Deinen Beitrag sehr hilfreich. Danke dafür!

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    1. Liebe Sari, vielen Dank für dein Feedback. Man ist ja doch immer unsicher, wie so ein Beitrag ankommt 😉 Aber auch wenn dein Mann das als Kind hatte, heißt es nicht, dass deine Kinder es auch bekommen. Bei uns hatte es niemand vorher und der Zwerg hatte es. Eine Ärztin meinte auch zu mir, dass Eisenmangel ein Auslöser sein kann. Aber so richtig nachgewiesen ist wohl noch keine Ursache. Also, keine Panik! Ich bin mir sicher, Ihr bleibt verschont 😉 Liebe Grüße, Sonja

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