Wie finde ich die richtige Kita für mein Kind?

Wie finde ich die richtige Kita für mein Kind_Die JungsMamas

Die Anmeldung für das neue Kita-Jahr ab dem Sommer laufen. Einen guten Kita-Platz zu finden und den auch zu bekommen, ist bei uns in der Großstadt allerdings fast schon wie ein Sechser im Lotto. Zumindest war es bei uns so. Da wurde mir schon bei der Anmeldung, als ich im 4. Monat schwanger war, gesagt, dass ich eigentlich keine Chance auf einen Platz hätte. Schließlich wäre ich dafür viel zu spät dran. WIE BITTE?!! Muss ich jetzt mein Kind schon VOR der Schwangerschaft für einen Betreuungsplatz anmelden?!?? Ein Witz, oder? Leider purer Ernst! Daher melden viele Eltern ihre Kinder inzwischen in so vielen Einrichtungen wie möglich an, Hauptsache sie bekommen einen Platz, egal wo. Dabei ist es so ein wichtiger Schritt für Eltern und ihr Kind, wenn es plötzlich in die Kita geht. Weg von der Mama, der erste Loslöseprozess! Das muss genau überlegt sein. Aber wo anmelden? Nach welchen Kriterien wähle ich überhaupt eine Kita für mein Kind aus?

Ist die Kita auch die richtige Entscheidung für mein Kind?

Kind im Kindergarten - JungsMamas
Bildquelle: pixabay

Bei uns war eigentlich ziemlich klar – nach einem Jahr Elternzeit arbeite ich wieder. Aber trotzdem habe ich sehr mit dieser Entscheidung gehadert, als es dann soweit war. Ist es wirklich die richtige Entscheidung für meinen Sohn? Tue ich ihm damit wirklich etwas Gutes oder will ich mich nur selbst verwirklichen auf Kosten meines Kindes? Braucht er nicht mich als Mutter eher als eine fremde Betreuerin? Ich war hin und her gerissen! Von außen kam Kritik – „Wie kannst du dein Kind nur weggeben?!“ oder auch Bestärkung „Dein Kind braucht andere Kinder!“ Und ich habe mich unendlich viele Nächte schlaflos hin und her gewälzt! Die Angst, die falsche Entscheidung für mein Kind zu treffen war immens groß.

Die richtige Kita finden

Die Suche nach der richtigen Kita hat den ganzen Prozess nicht gerade vereinfacht. Immerhin gibt man sein Liebstes und Heiligstes in fremde Hände! Da muss man als Mutter schon das Gefühl haben, dass das Kind in der Kita auch gut aufgehoben ist. Und tatsächlich gibt es einiges zu beachten, was im ersten Moment gar nicht so offensichtlich ist.

Um Euch die Kita-Auswahl etwas zu erleichtern, habe ich hier ein paar Tipps für Euch zusammengeschrieben. Aber am Ende ist eine Sache ausschlaggebend: Euer Bauchgefühl! Lasst Euch nicht reinreden in Eure Entscheidung! Ihr kennt Euer Kind am besten und wisst daher auch am besten, was für Euer Kind gut ist!

1) Kita persönlich anschauen

Viele Eltern melden inzwischen ihr Kind in so vielen Kitas wie nur möglich an –  aus lauter Panik, überhaupt einen Platz in einer Kita bekommen. Das ist natürlich Quatsch! Nehmt Euch die Zeit und schaut Euch in Ruhe alle Kindertagesstätten an. Ist das etwas, was Ihr Euch für Euer Kind vorstellen könnt? Glaubt Ihr, Euer Kind könnte sich in dem Umfeld wohlfühlen? Wie sehen die Räume aus? Wie laut ist es? Wie groß ist der Garten? Ich habe mir einige Kitas angeschaut, bei denen wir uns dann bewusst nicht angemeldet haben, weil sie uns nicht gefallen haben für unser Kind. Also, meldet Euer Kind nur dort an, wo Ihr Euch wirklich vorstellen könnt, dass es auch hin geht! Sonst lauft Ihr Gefahr, dass Euer Kind in einer Einrichtung landet, die Euch eigentlich gar nicht gefällt.

2) Rahmenbedingungen

Schaut Euch besonders gut die Öffnungszeiten und die Schließzeiten an. Die sind nämlich ganz unterschiedlich je nach Träger der Kita. Gerade wenn Ihr wieder anfangen wollt zu arbeiten, müssen natürlich die Bring- und Holzeiten Eures Kindes zu Euren Arbeitszeiten passen. Genauso müsst Ihr in der Lage sein, die Schließtage zu überbrücken. Natürlich spielen auch die Kosten eine große Rolle für die Auswahl. Private Kitas kosten in der Regel mehr als städtische oder kirchliche Kitas. Bei Eltern-Kind-Initiativen benötigt Ihr zusätzlich noch Zeit, um Euch in Eurer Freizeit auch mit einzubringen und Aufgaben zu übernehmen. Den Weg zur Kita solltet Ihr nicht außer Acht lassen. Ist die Nähe nach Hause oder zum Arbeitsplatz für Euch besser geeignet?

Und dann gibt es da noch diesen einen gemeinen Punkt: Streik! Während unserer 3-jährigen Kindergarten-Zeit wurden einmal 4 Wochen am Stück gestreikt!!! Die muss man als Eltern, vor allem Alleinerziehende erst mal spontan überbrücken können! Streiken dürfen in der Regel nur die Mitarbeiter städtischer Kitas, die in der Gewerkschaft sind.

3) Betreuungsschlüssel

Sehr wichtig ist auch der Betreuungsschlüssel, das heißt auf wieviele Kinder fällt ein Erzieher. Dies unterscheidet sich je nach Bundesland und ist abhängig vom Alter der Kinder. Für Kleinkinder zwischen 0 und 3 Jahren liegt der Betreuungsschlüssel um einiges höher (zwischen 3-5 Kinder pro Erzieher) während er für Kindergarten und Hort recht niedrig liegt (zwischen 7 – 12 Kinder pro Erzieher). Das sind natürlich extreme Spannen, die erfahrungsgemäß nicht durchgehend eingehalten werden können. Denn auch Erzieher gehen mal in den Urlaub oder werden krank. Daher solltet Ihr Euch das vorab genau erklären lassen, wie solche Ausfalltage in der Kita behandelt werden.

4) Kita-Konzept

Inzwischen gibt es unendlich viele Kita-Konzepte. Da gibt es offene Konzepte, in dem alle Kinder selbständig aussuchen können, wo sie was spielen, halboffene Konzepte und  geschlossene Gruppen. Gleichzeitig gibt es noch die pädagogischen Konzepte nach Montessori, Waldorf, Waldkindergarten, bilingual…..Jede Einrichtung hat da ihre eigenen Schwerpunkte, die Ihr Euch unbedingt erklären lassen solltet. Insbesondere auch, wie diese dann im Alltag umgesetzt werden. Ihr kenn Euer Kind am besten und wisst dann recht schnell, welches Konzept zu Eurem Kind passen könnte.

Kindergarten - welches Konzept ist für uns das richtige?
Bildquelle: pixabay

5) Verpflegung

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und das zeigt sich auch oft bei der Essens-Auswahl der Kitas. Nicht immer stimmt da so die Vorstellung von „gesund“ mit meiner überein. Von Gulasch, Nudeln, Lasagne, Pizza, über Chicken Nuggets, Fischstäbchen bis hin zu Süßspeisen wie Kaiserschmarrn findet sich bei uns alles auf der Speisekarte. Primär ausgewählt nach dem Motto „schmeckt fast allen Kindern“.  Eine große Rolle spielt dabei sicherlich die Wahl des Caterings bzw. ob selbst gekocht wird. Auch die Auswahl nach Bio-Zutaten oder nicht würde ich mir anschauen.

6) Hygiene

Dieses Thema war mir immer total wichtig. Wie sauber ist ein Haus, wie oft wird gereinigt?Wann und wie oft werden Windeln gewechselt? Werden Zähne geputzt (für mich immer noch ein Ding der Unmöglichkeit, dass bei uns im Kindergarten keine Zähne geputzt werden!!), wie oft wird die Bettwäsche und das Spielzeug gereinigt. In manchen Kitas müssen die Eltern die Hygieneartikel wie Windeln, Fruchttücher etc. selbst mitbringen, bei anderen ist es bereits im Preis enthalten.

7) Erfahrungsberichte von anderen Müttern

Unterhaltet Euch unbedingt auch mal mit anderen Müttern, deren Kinder bereits eine bestimmte Einrichtung besuchen, die Euch interessiert. Da bekommt Ihr sicher die ehrlichste Meinung. Vielleicht gibt es ja ein paar Mamas in Eurem Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft. Oft sind aber auch einige am Tag der offenen Tür in der Kita vor Ort und erzählen gerne über ihre persönlichen Eindrücke.

Nach der Anmeldung gilt dann warten und vor allem hoffen, dass das Kind den ersehnten Platz in der Wunsch-Kita bekommt!

Ich drücke Euch allen die Daumen, dass Ihr den richtigen Platz für Euer Kind findet!

Eure

JungsMamas_Signature_Sonja

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s