Mein Muttertagswunsch: Einen guten Betreuungsplatz für jedes Kind

Mein Muttertagswunsch: Adäquate Kinderbetreuung _ Die JungsMamas

Als ich im 4. Monat schwanger war, bin ich bei uns im Wohngebiet zu den städtischen Kinderkrippen gegangen und wollte mein ungeborenes Kind für einen Krippenplatz anmelden. „Das muss man unbedingt machen,“ hatte man mir gesagt. Sonst hätte ich keine Chance auf einen Betreuungsplatz. Als ich in der Krippe dann also den Wunsch äußerte, mein Kind mit 1 Jahr in die Betreuung zu geben, lachte die Kitaleiterin mich aus! „Sie sind viel zu spät dran!“ sagte sie. „Und überhaupt – Ihr Kind wird im falschen Monat geboren!“

Wie bitte? Habe ich gerade richtig gehört?

Willkommen in der Betreuungssituation in Deutschland! Wo der Mangel an Kita-Plätzen zur Tagesordnung gehört. Am besten ist es anscheinend, ein Kind bereits VOR der Zeugung für einen Krippenplatz anzumelden. Dann rutscht man zumindest im Warteplatz etwas weiter nach vorne, so von Platz 5.000 auf Platz 1.000 oder so. Und dann sollte man bitte auch einen Geburtstermin im September anpeilen, wenn das Kind mit 1 Jahr betreut werden soll. Denn schließlich ist ein Wechsel in den Kitas nur im September möglich!

Hallo? Geht es noch?!??

Zwischen geschockt und belustigt ging ich wieder nach Hause und dachte mir, das wird schon werden. Sicherheitshalber hatte ich aber mein ungeborenes Kind bei 10 Krippen auf die Warteliste setzen lassen. Einen Platz werden wir damit ja sicher bekommen, dachte. Doch falsch gedacht!

Das Zittern um einen Betreuungsplatz

Im September – ein Jahr – später dann die Ernüchterung. Von allen Krippen kamen die Absagen eingetrudelt. Ich wusste, ich wollte – beziehungsweise musste wieder anfangen zu arbeiten. Doch ohne Betreuungsplatz ist Arbeiten unmöglich! Schließlich hat auch nicht jeder heutzutage Großeltern in der Nähe. Aber gleichzeitig gibt es ohne Arbeits-Nachweis keinen Kita-Platz. Das typische Henne-Ei Problem! Ohne Jobnachweis keinen Kita-Platz, ohne Kita-Platz keine Jobmöglichkeit. Und nun?

Wo bitte ist mein Betreuungsplatz?

Da wird immer groß von Vereinbarkeit von Beruf und Familie geredet und dann wird es berufstätigen Müttern extra schwer gemacht! So nach dem Motto „Selber Schuld – du wolltest ja ein Kind – jetzt schau, wie du aus dem Schlamassel rauskommst“ Aus meiner Sicht sind die fehlenden Betreuungsplätze auch ein Resultat von der totalen Fehlplanung der Städte.

Wir wohnen in einer Wohngegend am Stadtrand von München. Aufgrund der Lage ist der Wohnungsbau und der damit verbundene Zuzug in unserem Wohngebiet immens groß! Stand da vorher ein kleines Einfamilien-Häuschen, wird dort nun ein großes Mehrfamilienhaus gebaut. Der Zuwachs an Kindern im Umkreis liegt also auf der Hand. Doch mit den Betreuungsplätzen für die Kinder kommt die Stadt nicht hinterher! Weder genug Krippen-, noch Kindergarten-, noch Hort-Plätze!

Alle 2-3 Jahre zittern wir Eltern hier wieder um einen Betreuungsplatz! Ein nervenaufreibender Prozess, der uns etliche graue Haare wachsen lässt und mich beinahe meinen Teilzeit-Job hat kündigen lassen. Da wird gebittelt und gebettelt, 5mal in der Kita vorbeigegangen, 20mal angerufen, geschleimt und geschummelt, nur um irgendeinen Betreuungsplatz für sein Kind zu bekommen. Und dieses „irgendeinen Betreuungsplatz“ gibt uns gleichzeitig das Gefühl, unser Kind abzuschieben. Denn es geht nicht mehr um das „wo“, sprich die Qualität der Betreuung, sondern nur noch um das „ob“ – egal wo.

Planungsmanko der Stadt wird zur Planungsunsicherheit der Eltern

In unsere Grundschule werden dieses Jahr 150 Erstklässler eingeschult. Die gerade neu gebaute Schule ist jetzt schon wieder zu klein für alle Klassen. Super geplant, kann man da nur sagen. Betreuungsplätze gibt es einen Bruchteil davon. Die städtischen Hort- und Tagesheim-Plätze gehen fast ausschließlich an Mütter, die zwischen 30 und 40 Stunden arbeiten. Der Rest kann darauf hoffen, dass sie einen Platz in einer von Eltern organisierten Mittags-Betreuung erhalten – für maximal 3 Nachmittage bis höchstens 15:30 Uhr pro Person und natürlich ohne Ferienbetreuung. Sind ja nur 13 Wochen! Passt also gut für Mütter, die bis zu 18 Stunden arbeiten. Alle zwischen 15 und 30 Stunden Arbeitszeit fallen also durch’s Raster und müssen sich selbst organisieren, das Kind hin und her schieben und hoffen, dass der Plan für die Betreuung irgendwie aufgeht. Oder sie schummeln irgendwie eine höhere Stundenzahl zurecht, nur um einen der heiß begehrten Betreuungsplätze zu bekommen!

Kann es das sein? Nein! Das muss sich dringend ändern, finde ich!

Daher ist das mein Muttertagswunsch dieses Jahr: Einen guten Betreuungsplatz für alle Kinder, die einen benötigen!

Und wie ist das bei Euch so? Habt Ihr einen Betreuungsplatz für Euer Kind bekommen?

Eure

JungsMamas_Signature_Sonja

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